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Gute Führung ist immer ein Spagat

  • 2. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Moderne Führung im Gesundheitswesen bewegt sich in Spannungsfeldern



In der aktuellen Ausgabe der "arzt & wirtschaft" (28.03.2026) beschäftigt sich Annette Dold mit einer Situation, die wir in unserer Arbeit immer wieder erleben:

In der Praxis bewegen sich Führungskräfte permanent in Spannungsfeldern.


Besonders deutlich wird das im Gesundheitswesen, aber letztlich gilt es für viele Organisationen.


Führung bedeutet, widersprüchliche Anforderungen gleichzeitig auszuhalten.


Zwischen fachlichem Anspruch und wirtschaftlichen Vorgaben.

Zwischen Nähe zum Team und der Verantwortung, Entscheidungen zu treffen.

Zwischen dem, was sinnvoll wäre. Und dem, was unter den gegebenen Rahmenbedingungen möglich ist.


Diese Spannungsfelder lassen sich nicht auflösen.


Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung.


Warum Fachlichkeit nicht ausreicht


Viele Führungskräfte kommen über ihre fachliche Expertise in ihre Rolle.

Das ist nachvollziehbar und oft auch sinnvoll.


Doch spätestens dann, wenn Situationen komplex werden, zeigt sich eine Grenze:

Fachwissen hilft, Probleme zu verstehen.

Es hilft aber nicht automatisch, sie zu führen.


Denn Führung beginnt dort, wo es keine eindeutigen Lösungen mehr gibt.

Wo Interessen gegeneinanderstehen.

Wo Entscheidungen getroffen werden müssen, obwohl nicht alle zufrieden sein werden.


In genau diesen Momenten reicht es nicht, fachlich stark zu sein.

Es braucht etwas anderes.


Der Alltag entscheidet, nicht das Konzept


Führung zeigt sich im Alltag.


In der Art, wie Entscheidungen getroffen werden.

In der Klarheit, mit der kommuniziert wird.

Und darin, ob Führungskräfte bereit sind, Verantwortung sichtbar zu übernehmen.


Das klingt selbstverständlich.

Ist es aber nicht.


Gerade unter Druck entstehen typische Muster:

Entscheidungen werden aufgeschoben

Unangenehme Themen werden vermieden

Grenzen werden gesehen, aber nicht ausgesprochen


Das führt kurzfristig zu Entlastung. Langfristig jedoch zu Unsicherheit, Reibung und Überlastung im Team.


Was in schwierigen Situationen wirklich hilft


Wenn Führung wirksam werden soll, braucht es keine zusätzlichen Methoden.

Sondern Klarheit im Handeln.


Drei Dinge sind dabei entscheidend:


  1. Klar sagen, was geht und was nicht


Unklarheit entsteht selten, weil Informationen fehlen.

Sondern weil Dinge nicht ausgesprochen werden.


Gerade in angespannten Situationen hilft es, Realität klar zu benennen.

Auch dann, wenn sie unbequem ist.


  1. Entscheidungen treffen und nachvollziehbar machen


Entscheidungen schaffen Orientierung.

Noch wichtiger ist, dass sie erklärt werden.

Nicht, um sich zu rechtfertigen, sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen.


  1. Grenzen ernst nehmen


Grenzen sind im Alltag meist deutlich spürbar.

Die Frage ist, ob sie auch benannt und eingehalten werden.


Wer Grenzen ignoriert, verliert an Klarheit.

Wer sie ernst nimmt, schafft Verlässlichkeit.


Führung ist kein Entweder-oder


Ein häufiger Denkfehler ist, Spannungsfelder auflösen zu wollen.


Entweder wirtschaftlich handeln oder medizinisch sinnvoll entscheiden.

Entweder nah am Team sein oder klar führen.


So funktioniert Führung nicht.


Wirksame Führung entsteht nicht durch Auflösung,

sondern durch den Umgang mit diesen Gegensätzen.


Sie bedeutet, beides im Blick zu behalten und dennoch handlungsfähig zu bleiben.


Was das für Organisationen bedeutet


Organisationen, die Führung stärken wollen, sollten nicht nur auf Kompetenzen schauen.

Sondern auf die Bedingungen, unter denen Führung stattfindet.


Dazu gehören:

  • Klar definierte Verantwortlichkeiten

  • Transparente Entscheidungsräume

  • Und eine Kultur, in der schwierige Themen ausgesprochen werden dürfen


Führung entsteht im täglichen Umgang mit genau diesen Fragen.


Den vollständigen Artikel von Annette Dold finden Sie in der aktuellen Ausgabe der "arzt & wirtschaft" (28.03.2026) unter folgendem Link:




 
 
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